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Warum du gehst, wenn es emotional wird...

  • 21. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Wenn dein System in Bewegung bleibt, um nicht fühlen zu müssen.



Ich bin dann mal weg...

Es passiert oft ganz leise.


Ein Gespräch wird tiefer, jemand schaut dich länger an, ein Thema berührt etwas in dir, vielleicht beginnt jemand zu weinen. Und plötzlich wird es unruhig in deinem Körper. Ein Satz trifft dich und etwas in dir fühlt sich auf einmal falsch an.


Du merkst vielleicht, wie du innerlich schneller wirst, dein Atem wird flacher, deine Gedanken springen an und du findest einen Grund aufzustehen oder das Thema zu wechseln, vielleicht sogar das Gespräch zu beenden.




Manchmal gehst du tatsächlich und manchmal bleibst du sitzen, aber innerlich bist du schon weg. Vielleicht fragst du dich danach sogar: "Warum kann ich nicht einfach da bleiben?"


Wenn dein Körper schneller wird, sobald es tief wird


Was hier passiert, ist Bewegung im Nervensystem. Sobald etwas emotional wird, prüft dein Körper in Sekundenbruchteilen: "Bin ich sicher?"


Wenn dein System einmal gelernt hat, dass intensive Gefühle überwältigend oder beschämend sein können, reagiert es früh. Sehr früh.


Es mobilisiert Energie und vielleicht bemerkst du, dass dein Herz dann schneller schlägt, dass dein Körper Abstand herstellen möchte, einfach, weil ein alter Teil in dir glaubt, dass Fühlen gefährlich werden könnte.


In der Nervensystem- bzw. Traumaarbeit nennt man das die Fluchtreaktion.


Doch dieser Begriff klingt oft dramatischer, als es sich anfühlt. In deinem Alltag zeigt er sich oft subtil: Du funktionierst, du organisierst, du wirst sachlich, du machst vielleicht einen Witz, du brauchst „kurz frische Luft“ oder du bleibst einfach in Bewegung.


Eine alte Lösung für eine alte Gefahr



Achtsamkeit als Schlüssel zur Selbstliebe
Das innere Kind

Diese Bewegung ist eine weitere Überlebensstrategie.


Denn, ein jüngerer Teil in dir – dein inneres Kind – hat vielleicht einmal erfahren, dass starke Gefühle zu viel waren. Es war zu viel Trauer, zu viel Wut, zu viel Bedürftigkeit oder zu viel Nähe.


Vielleicht war einfach niemand da, der dich co-reguliert hat, niemand, der dir gesagt hat: „Ich halte das mit dir.“



Also hat dein System gelernt: "Ich gehe, ich funktioniere und ich halte mich zusammen."

Vielleicht hat genau das damals dein Überleben gesichert.


Heute ist die Gefahr nicht mehr real, aber das Gefühl ist es


Heute bist du erwachsen, heute ist ein Gespräch kein Übergriff und heute ist Nähe nicht lebensbedrohlich. Aber dein Nervensystem unterscheidet nicht automatisch zwischen damals und jetzt, es reagiert auf das alte Gefühl und nicht auf die aktuelle Situation.


Der Trigger im Hier und Jetzt ist die gespeicherte Erfahrung von damals.


Und genau hier entsteht der innere Konflikt: Du willst bleiben, aber dein Körper will gehen. Du weißt vielleicht sogar, dass es sicher ist, aber dein System fühlt es noch nicht.


"Der Versuch, Schmerz zu vermeiden, erzeugt neuen Schmerz." (Gabor Maté, "Im Reich der hungrigen Geister")

Warum dein Nervensystem nicht zwischen damals und heute unterscheidet


"Ich kann fühlen und bin trotzdem sicher."
"Ich kann fühlen und bin trotzdem sicher."

Dein Körper speichert Erfahrungen als Gefühl. Wenn ein heutiges Gespräch ein altes Gefühl berührt, reagiert dein System sofort auf die Erinnerung im Körper.


Vielleicht warst du früher allein mit starken Gefühlen, vielleicht wurde Nähe beschämend oder überwältigend erlebt oder vielleicht gab es einfach keinen sicheren Raum.



Also hat dein System gelernt: "Bleiben ist zu viel und Bewegung ist sicherer."


Das war damals vielleicht notwenig, vielleicht hat es dich geschützt. Aber heute entsteht daraus ein Konflikt, denn die Situation ist nicht gefährlich, nur das alte Gefühl wird wieder wach.


Und genau hier beginnt Integration.


Indem du lernst, dass Fühlen heute möglich ist, dass du da sein kannst und gleichzeitig sicher bleibst.


Eine kleine Übung für den Moment, wenn du flüchten willst


Beim nächsten Mal, wenn du merkst, dass es in dir schneller wird oder du auf Abstand gehst, probier folgendes:



Das innere Kind wahrnehmen
Das innere Kind wahrnehmen

🧘🏼‍♀️ Halte kurz inne und spür deine Füße auf dem Boden:


Lass deinen Atem einmal bewusst ausströmen.


🧘🏼‍♀️ Und dann stell dir leise eine Frage:


Wie alt fühlt sich dieser Moment gerade an? Nur vom Gefühl her... Vielleicht taucht ein Bild auf, vielleicht eine Stimmung, vielleicht nur ein inneres „zu viel“.


🧘🏼‍♀️ Sag innerlich zu diesem Anteil:


"Ich sehe dich, du musst das nicht mehr alleine tragen, Ich bin da."

Du musst diesen Teil nicht analysieren, du musst ihn auch nicht gleich beruhigen, aber nimm ihn einmal wahr.


🧘🏼‍♀️ Und dann nimm die Situation noch einmal mit deinem erwachsenen Blick wahr:


"Ist hier gerade wirklich Gefahr?"

Manchmal reicht schon dieser kleine innere Kontakt, damit dein System ein wenig weicher wird.


Warum das wirkt


Dein Nervensystem reagiert auf alte Erfahrungen und wenn du dein inneres Kind wahrnimmst, verschiebst du dich vom alten Reflex in bewusste Begleitung.


Du läufst nicht mehr automatisch, du bleibst in Beziehung mit dir selbst.


Wenn du beginnst, bei dir zu bleiben



In liebevoller Beziehung mit dir selbst sein
In liebevoller Beziehung mit dir selbst sein

Vielleicht verändert sich nicht sofort alles und vielleicht wirst du beim nächsten Gespräch immer noch unruhig, aber etwas ist anders.


Denn du erkennst vielleicht schon den Moment und du spürst den Impuls zu gehen, aber du weißt: "Das ist ein alter Schutz."


Allein dieses Erkennen verschiebt etwas und du bist nicht mehr vollständig der Impuls.


Du kannst üben ihn wahrzunehmen und dann trotzdem da sein, und genau hier öffnet sich eine neue Möglichkeit!





Du musst das nicht alleine lernen


Viele von uns haben gelernt, mit starken Gefühlen allein zu sein, also versuchen wir auch Veränderung allein zu schaffen: wir lesen, wir verstehen und wir reflektieren.


Doch Nervensysteme regulieren sich nicht durch Erkenntnis, sie regulieren sich durch Beziehung - mit dir selbst und mit anderen.


Ein Kind lernt Sicherheit nicht durch Erklärungen, es lernt sie durch einen ruhigen Körper gegenüber.


Genau das nennt man Co-Regulation: ein Mensch bleibt ruhig, atmet, hält den Blick und geht nicht weg und dein Körper beginnt zu verstehen: "Es ist sicher."


Miteinander ist keine Bedrohung, miteinander ist Regulation!



Co-Regulation

Vom Abstand in Verbindung


Flucht (Flight) ist Bewegung nach außen, in Abstand und Distanz.


Integration ist: du bleibst in Kontakt mit dir und mit deinem Gegenüber. Vielleicht nicht ohne Aktivierung, aber du gehst nicht mehr automatisch, sondern du bleibst und wirst gehalten.


So entstehen neue Erfahrungen, Gespräche dürfen tiefer werden, Tränen dürfen da sein, Stille darf entstehen und dein System lernt langsam: "Gefühl = nicht gleich Gefahr."


💫 Räume, die das möglich machen


Genau dafür öffne ich Räume.


Im Frauenkreis oder im Seminar oder in der 1:1 Begleitung. Dort geht es darum gemeinsam zu regulieren und zu fühlen, in einem Feld, das trägt.


Damit dein Körper Schritt für Schritt erfährt: "Ich kann da sein, ich kann fühlen und ich bin sicher."


  1. 20 Minuten Gratis-Call: Lerne mich kennen und wir schauen gemeinsam, welche Gefühle gerade nach Aufmerksamkeit rufen.

  2. 1:1 Begleitung: Intensiv und persönlich arbeiten wir an deinen verborgenen Anteilen und transformieren sie in Nähe und Lebendigkeit.

  3. Abendseminar „Zusammen Empfangen“: Eine kraftvolle abendliche 2h Session, um emotionale Freiheit, Verbindung und Transformation in der Gruppenenergie zu erleben.

  4. "Phoenix Rising - Orakel des Herzens" Mond-Frauenkreis: Ein liebevoller Mond-Frauenkreis vor Ort, in dem wir uns im Kreis verbinden um innere Wandlung zu erfahren.



Jede dieser Möglichkeiten unterstützt dich dabei, verdrängte Gefühle nicht nur zu erkennen, sondern bewusst in Liebe und Nähe zu verwandeln.


Du bist nicht allein. Du darfst dich getragen fühlen, Schritt für Schritt.

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